Bekleidung: Tipps
|
Bitte nicht den Fehler machen zum Mopedkauf die gesamte Barschaft verjubeln,
den für brauchbarer Schutzbekleidung geht dann locker die Kohle für
den neuen Reifensatz oder die erste kleine Urlaubstour drauf. Selbstverständlich
kostet auch schlechte Schutzbekleidung Geld, man muß dann nur später
nochmal Geld für was richtiges ausgeben, also ein nur mäßiger
Spartip. Second-Hand Läden oder Kleinanzeigen sind da eine gute Alternative,
gute Preis/Leistungsverhältnise bieten auch unabhängige Läden
hier kann man wenigstens noch handeln (es wird nicht auf den Katalogpreis
verwiesen) und man hat es in der Regel nicht mit Verkäufern sondern
mit Motorradfahren zu tuen. Besonders bei HG hat man den Eindruck das die
Marketingabteilung aus den pharmazeutischen Bereich kommt. Wer schon länger
Moped fährt wird hier kaum was 'neues' entdecken, ich hoffe aber das
der ein oder andere Anfänger einige Tips erhält. Ich selbst konnte
so ziemlich meine komplette Erstausrüstung wegen schlechter Qualität/mangelder
Sicherheit bzw. Funktionalität entsorgen. (Kleinanzeige) Der Laden meines Vertrauens . . . Motorradfieber in Schifferstadt. |
| Helm | |
| Alle 3 bis 5 Jahre einen Neuen kaufen (wegen der Alterung durch UV-Einstrahlung), nach einen Sturz wenn möglich beim Hersteller überprüfen lassen (bei Schubert geht das, sogar kostenlos) oder wegwerfen. Oft springt die Außenschale nach der Deformation wieder in die alte Form zurück, die Innereinen bleiben aber deformiert - keine Schutzwirkung mehr! Beim Kauf auf gute Belüftung achten, sowie geringes Geräuschniveau - also unbedingt eine längere Probefahrt machen.(Meist ist der Helm selbst sogar relativ leise, erst die Verwirbelungen hinter der Scheibe verursachen den Lärm) Ich selbst benutze einen SprintR von Schubert den ich (mit Einschränkungen) empfehlen kann: praktische Sonnenblende, ist aber wegen der tiefen Oberkante nur bedingt für Sportler geeignet und die Belüftung sollte besser sein. Anti-Fog Scheiben zum Einkleben reduzieren die Beschlagsneigung deutlich und sind wirkungsvoll. Die Wirkung von Anti-Fog Flüssigkeiten ist nur unwesentlich besser als die von gewöhnlichem "Spüli" bei deutlich höherem Preis. | |
Schal, Halskrause oder ähnliches |
|
| Eine Halskrause sollte so geschnitten sein das sie nicht nur den Hals
warm hält, sondern auch die Schultern sowie den oberen Brustbereich vor
Fahrtwind schützt. Besonders nützlich um bei Regen das Eindringen von Wasser in eine Regenkombi zu verhindern. Sturmmasken sind ein wichtiger Beitrag zum Wärmehaushalt da am Kopf enorm auskühlt. Der Pedant zieht die Sturmmaske auch im Sommer auf um den Helm schonen. |
|
Handschuhe |
|
| Gute Handschuhe sind Gold wert und sollten immer getragen werden.
Deshalb braucht man eigentlich auch 2 Paar (ein leichtes Paar für
schönes Wetter, und eins für Kackwetter, naturlich wasserdicht -
selbstverständlich auf der Urlaubstour beide mitnehmen). Auf hochwertige
Verarbeitung achten denn die Nähte sind bei einen Sturz enormen
Kräften ausgesetzt, sehr geeignet ist hier die Verbindung
Kängeruhleder (Reisfest weil keine Poren) und Nieten (schmurgeln gut
über Asphalt ohne das Leder zu zerstören - hab ich schon
getestet).Auf Details wie in Daunennaht eingenähte Wischergummis oder
wirklich schliesende Handgelenkabschlüsse achten (zB.: Held Udo Mark ...
ja der heißt wirklich so). Als Winterhandschuhe benutze ich welche von
Thermo Boy (Expeditionsausrüster) die bis auf fehlendes Wischergummi top
sind, glaube Held hat da ein Patent drauf. Nachtrag zu den ThermoBoy Handschuhen: Die Teile waren knapp zwei Jahre absolut wasserdicht, sind aber mittlerweile mit jedem besseren Schauer überfordert. Das Knicken und Stauchen hat wohl seinen Tribut von der empfindlichen Membran gefordert. |
|
Jacke |
|
|
Zuerst die prinzipielle Frage: Leder oder Textil ? Textilsachen sind praktisch, mit all den Taschen, herausnehmbaren Futter und bieten in Verbindung mit Protektoren auch guten Schutz, wenn auch nicht das Schutzniveau von Leder erreicht wird. Es stellt sich jedoch die Frage ob bei den (oft) weitgeschnittenen Jacken der Protektor im Fall des Falles noch da Sitz wo er hingehört (besonders bei weitgeschnittenen Endurojacken die den cw-Wert leicht verdoppeln können...). Es fällt auf das viele Jacken völlig unpraktische Deteils aufweisen, wie etwa: schlechter Halsabschluß (=> entweder es zieht oder man kann den Hals nur unter Schmerzen drehen, kratzt) idiotische Handabschlüsse mit Druckknöpfen die lustige Druckspuren ins Handgelenk pressen, Taschen deren Innenfutter so schlecht verarbeitet ist das man außer Tempo dort nichts aufbewahren möchte, usw. Lederjacken sitzen i.d.R. enger, und bieten besseren Schleifschutz reagieren allerdings aufs Wetter und müßen vor Regen geschütz werden. Sind nach meiner Meinung aber für Straße die erste Wahl. Daneben sieht das schon anders aus! Wichtig: Überprüfen Sie ob die Reißverschlüsse zur Hose passen damit Sie Jacke und Hose verbinden können - hält warm und hält im Fall des Falles die Jacke dort wo sie hingehört. Einen separaten Rückenprotektor würde ich einem eingenähtem vorziehen, man muß Ihn nicht immer tragen und kann ihn bei der nächsten Jacke wiederverwenden. GoreTex sieht meist nur im Katalog gut aus, in der Praxis wird das Obermaterial patschnaß und der Körper kühlt aus, bei schönen Wetter verhindert die Membran eine wirkungsvolle Durchlüftung der Kleidung, z.B. mittels Lüftungsschlitzen wie bei diversen Endurojacken. Und die Membran ist empfindlich, ein paar mal die Jacke ins TopCase gekrumpelt und schon ist es mit der Wasserdichtheit dahin. Man kommt also an Regenkleidung nicht vorbei. Meine Klamotten: OF3 Race Jacket (Textil) ~400.-DM: reine Endurojacke, sehr leicht und luftig, nur für Sommerbetrieb und Ferkeleien. LOUIS FLM Lederjacke ~400.-DM: blöder Handgelenkabschluß (Druckknöpfe abschneiden!), weit offener Halsbereich was ich gut finde - bei Bedarf gute Belüftung oder eben mit Halskrause absolut Winddicht ohne Druckgefühle am Hals durch doppelten/ steifen Kragen. Gute Tips zu Moped-Klamotten und eine Umfrage über Textiljacken gib es auch bei Robert und seinen vollen Programm |
|
Hose |
|
| Der Reißverschluß sollte zur Jacke passen. Auf Grund der Sitzposition auf dem Moped ist eine Taschenanordnung wie man sie von der Jeans kennt völlig unpraktisch - einzig die Tasche auf dem Oberschenkel bietet stauraum ohne Eingeweide oder Hintern zu zerdrücken. Protektoren: In den Knien und an der Hüfte - tut sonst Scheiße weh ! Ich habe für den Sommer eine Crosshose (Thor Race Pant Vented) mit anschnallbarern Protektoren, sieht zwar auf der GS etwas Overdressed aus, ist auch bei über 30Grad noch gut tragbar. Sonst trage ich eine NoName Leder Hose von ATTACK. | |
Stiefel |
|
| Werden oft vergessen weil Turnschuhe besonders cool zur teuren
Lederkombi passen und man damit einfach leichter läuft. Trotzdem immer
anziehen denn meist bleiben die Füße beim Abflug unter der Maschine
wo enorme Kräfte auf sie wirken wenn man in der Gegend herumrutscht.
Deshalb ist es wichtig möglichst steife Stiefel zu tragen. Knobelbecher
sind besser als Slipper aber auch nicht optimal.(Ein Kumpel hat sich fast den
gesamten Unterschenkel zerschmetert als ihm ein Auto die Vorfahrt genommen hat,
Gepäckträger war noch auf dem Dach montiert!) Ausnahme : wenn auf den Turnschuhen "ProBiker" steht, dann bieten diese natürlich super Schutzeigenschaften. |
|
Regenkombi |
|
| Sau-Wetter gibs überall besonders dann wenn`s keiner brauchen
kann, eine Regenkombi ist die billiger UND bessere Alternative zu den
überteuerten Gore-Tex Klamotten. Da die Membran immer erst als eine der
letzten Schichten vernäht ist, wird das Obermaterial zuerst einmal richtig
naß was dann dazu führt das man enorm Auskühlt, man wird
vielleicht nicht naß, wohl aber kalt. Extremfälle die neuen Enduro
Sachen von HG oder BMW - die Membran ist erst im Innenfutter! Bei einem
Regenguß muß man sich quasi ausziehen um in den Genuß der
Membran zu kommen, während die Regenkombi einfach übergestreift wird.
Eine Ausnahme bilden hier Handschuhe die wegen der mechanischen Belastungen auf
herkömmliche Weise kaum dicht zu bekommen sind (Lederpflege). Ich
würde jedoch einem 2-Teiler den Vorzug geben, läßt sich
streßfreier anziehen. Gefährlich - Überzieher für Handschuhe und Stiefel, damit hat man keine vernünftige Kontrolle über Gas, Bremse und Kupplung mehr - im günstigsten Fall verhedert man sich in den Rasten - und fällt dezent um! In meinem Fall war das ein gummierter Einteiler von Louis den es als Werbegeschenk gab (immer dicht). Und seit neustem der zweiteiler Water Proof von Louis (~100.-DM) den ich gebraucht erstanden habe, und der wie erwartet deutlich angenehmer zu tragen ist. Tipp: Problemzone bei vielen Kombis - flatternde Oberarme, bekämpfe ich mit kurzen (0,5 Meter) Spangurten. |
|
Unterwäsche |
|
|
Thermo-Unterwäsche ist angenehmer zu tragen als ein dicker
Pullover wärmt aber genauso. Und lieber mehrer dünne Schichten
übereinanderziehen so kann man auch eher auf Temperaturschwankungen
reagieren (Zwiebelschalenprinzip). Wer Geld sparen will besorgt das Zeug im Ski
oder Reiterbedarf, sobald nämlich Motorrad drauf steht kostet es
mehr. (Bei Lederpflegemitteln genauso) Auch für Kradler interessant: Fahrradhosen mit Polster, die gibt es im SSV für 30.-DM |
|
